Dienstag, 20. Juni 2017

DiesDas | Auszeit

Ihr Lieben!


In den nächsten drei Wochen habe ich bei Prüfungen, die ziemlich hart werden und ich muss im Moment alle meine Kräfte aufs Lernen hierfür konzentrieren. Aus diesem Grunde muss ich meine aktuelle Inaktivität noch ein wenig verlängern, tut mir leid...

Ich liebe diesen Blog und das Bloggersein unglaublich, habe aber in den letzten Wochen festgestellt, dass es für mich immer mehr zum Stressor wird, weil ich nicht die Menge und Qualität an Beiträgen bringen kann, die ich gerne hätte. Ich möchte nicht durch mein Studium den Spaß am Lesen und Bloggen verlieren und melde mich deswegen einmal offiziell ab! Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir trotzdem als Leser erhalten bleibt und verspreche euch ab Mitte Juli wieder voll dabei zu sein!

Bis dahin wünsche ich euch eine schöne und entspanntere Zeit!

Liebst,
Mareike

Dienstag, 13. Juni 2017

Rezension | Im Jahr des Affen


Im Jahr des Affen | Que Du Luu | Königskinder Verlag | HC | 288 Seiten | 16,99€ | ✼✼✼✼

Klappentext
Mini ist eine Banane: außen gelb und innen weiß. Ihr Vater hingegen bleibt durch und durch gelb: Er spricht nur gebrochen Deutsch und betreibt ein Chinarestaurant. Als ihr Vater ins Krankenhaus kommt, muss Mini im Restaurant schuften, sich mit dem trotzigen Koch streiten - und sie kann Bela nicht wiedertreffen, bei dem sie so viel Ruhe gefunden hat. Dann reist auch noch ihr Onkel Wu an. Der traditionsbewusste Chinese holt die Vergangenheit wieder hoch: das frühere Leben, die gefährlicheFlucht als Boatpeople aus Vietnam. Poetisch, klug, unterhaltsam: Der ungewöhnliche Roman erzählt von der Tragik des Andersseins, der Suche nach Heimat - und der Suche nach Glück.
Meine Meinung:
Im Jahr des Affen wartet schon seit Januar darauf endlich rezensiert zu werden... es lebe der Reziday!
Nein im Ernst, ich hatte von Anfang an vor, dieses Buch zu bewerten, weil ich es ziemlich ungewöhnlich fand. Ich muss gestehen, dass ich vorher praktisch nichts über die Boatpeople wusste und so war es wirklich spannend ein historisches Ereignis (wenn man es so betiteln möchte) in einem Buch wiederzufinden, zu dem man nicht einmal ansatzweise vorher etwas sagen hätte können.
Die damit verbundene Frage danach, was Heimat bedeutet, war für mich wirklich gut umgesetzt. Wie kann das Heimat sein, an das du dich gar nicht mehr erinnerst? Wie aber kann auch das Heimat sein, wo du immer als Ausländer betrachtet wirst?
Vorurteile spielen dabei ebenso eine Rolle, wie eigene Identifikationsprobleme und das ohne dabei überladen zu wirken. Nicht schlecht!
Mini war für mich so ein bisschen der Schwachpunkt an dem Buch. Irgendwie wurde ich einfach nicht warm mit ihr. Sie ist zwar keine unsympathische Protagonistin und größtenteils konnte ich ihre Beweggründe und Handlungen sehr gut nachvollziehen, wenn sie auch teilweise noch etwas kindlich/kindisch waren, dennoch war für mich immer eine gewisse Distanz zu ihr vorhanden, die ich gar nicht genauer beschreiben kann.
Der Schreibstil der Autorin hat aber für mich einiges wieder herausgeholt. Er war teilweise geradezu malerisch und ließ mich komplett in die Geschichte abtauchen. Die Seiten verfolgen geradezu und es machte wirklich Spaß die Entwicklung mehrere Figuren zu verfolgen.
Fazit
Im Jahr des Affen ist ganz nach alter Königskinder-Manier ein wirklich besonderes Buch. Auch wenn einige Probleme für jemanden der nie flüchten musste nicht immer einfach zu verstehen sind, setzt die Autorin sie wunderbar um und haucht mit ihrem besonderen Schreibstil dem ganzen Leben ein. Ein Buch, das ich gern gelesen habe.


✼✼✼✼

Rezension | Wie Schnee so weiß


Wie Schnee so weiß | Marissa Meyer | Carlsen Verlag | Lesefahne | 848 Seiten | 24,99 € | ✼✼✼✼✼ +

Klappentext
Das kann Königin Levana, Herrscherin des Mondes, nicht dulden: Ihre Stieftochter, Prinzessin Winter, wird täglich schöner und ihr Zauber immer mächtiger! Wütend zwingt die böse Königin sie dazu, sich das Gesicht mit Schnitten zu verunstalten - doch die Narben können Winters Schönheit nichts anhaben. Schließlich versucht Levana sogar, sie umbringen zu lassen. Da fasst Winter einen verzweifelten Plan: Sie muss die rechtmäßige Thronfolgerin Selene finden, um gemeinsam mit ihr die böse Königin zu stürzen...
Meine Meinung:
Endlich habe ich es geschafft! Seit nun über einem Jahr liegt das Manuskript zu Wie Schnee so weiß dauerhaft auf meinem Nachttisch, immer in der freudigen Erwartung ganz bald gelesen zu werden. Aber die schiere Dicke hat mich immer wieder abgeschreckt. Nun habe ich es aber durchgezogen und ich bin begeistert, wie schon von den ersten drei Bänden.
Mit Wie Schnee so weiß zeigt Marissa Meyer einmal mehr, wie wunderbar sie moderne und futuristische Technik mit alter Magie und alten Märchen verbinden kann. Wieder einmal zeigt sie, wie genial sie mit Worten umgehen kann und wieder einmal bleibe ich völlig baff zurück.
Dieser fulminante finale Teil der Luna-Chroniken hat wirklich alles, was es für einen würdigen Abschluss braucht: absolut unvorhersehbare Plot-Twists, jede Menge Dramatik, große Gefühle und Emotionalität, Witz und Humor und nicht zu letzt eine große Ladung Intelligenz. Und trotz all dieser großen Aspekte wirkte das Buch auf mich an keiner Stelle überladen oder überzogen. Im Gegenteil: In diesem letzten Band konnte ich noch einmal wirklich jeden der Charaktere nachvollziehen - selbst Levana in bestimmten Punkten und es wird ganz klar gezeigt, dass nichts völlig Schwarz und Weiß, niemand völlig gut oder böse ist. Im Originalen Märchen kommt mir dieser Punkt noch ein wenig zu kurz und ich finde es wirklich toll, dass die Autorin es hier in ihre Reihe eingearbeitet hat.
Natürlich treffen wir wieder auf Charaktere, die wir bereits kennen: Cinder und Kai, Scarlet und Wolf, Cress und Thorne. In den vorigen Büchern haben wir auch schon Winter und Jacin kennengelernt. Diese beiden rücken nun ein wenig mehr in den Vordergrund und das hat mir wirklich gut gefallen, denn sie erzählen ihre Geschichte auf eine Weise, die manchmal fast schon kindlich-naiv wirkt, dann aber wieder knallharte Fakten liefert. Dieser Wechsel kann so schnell passieren, wie Winters Halluzinationen und bringt eine richtige Eigendynamik ins Rollen. Ins Rollen kommt auch die Revolution auf Luna. Selene aka Cinder ist zurückgekehrt, die tot geglaubte Prinzessin. Nun kommt es quasi nur noch darauf an, zu siegen... "nur" noch.
Fazit
Eine wirklich, wirklich, großartige Schneewittchen-Adaption. Es ist ein grandioses Finale, von der ersten bis zur letzten Seite spannend bis in die Spitzen und die Dicke des Buches kommt einem auf einmal sehr viel geringer vor. Ich bin ein Fan der Reihe seit Band 1 und froh, dass Marissa Meyer das Niveau bis zum Schluss halten, ja teilweise noch steigern konnte. Immer mit dabei eine mehr oder weniger unterschwellige Gesellschafts- und Regierungskritik und die Frage, wie das Böse eigentlich böse wird. Mein einziger Wunsch wäre noch mehr Einblick in Levanas Gefühls- und Gedankenwelt gewesen, aber da es zu ihr noch ein Extrabuch gibt, werde ich mir das nach Möglichkeit bald besorgen!

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Rezension | Die (beinahe) größte Liebesgeschichte des Universums


Die (beinahe) größte Liebesgeschichte des Universums | Sarvenaz Tash | Magellan Verlag | HC | 304 Seiten | ✼✼✼✼

Klappentext
Immer an seiner Seite und doch so unerreichbar wie ein ferner Planet - das ist seine beste Freundin Roxy für Graham. Seit Monaten sucht er einen Weg, ihr seine grenzenlose, epische, unsterbliche Liebe zu gestehen. Bei ihrem gemeinsamen Wochenende auf der New Yorker Comic-Convention will er seine Chance endlich nutzen. Leider kommen ihm immer wieder ein gut aussehender Engländer, seine Schüchternheit und die geheimen Liebesgesetze des Universums in die Quere...

Meine Meinung:
Dies ist mit Sicherheit eine der nerdigsten und süßesten Liebesgeschichten, die ich seit langem gelesen habe. Die Autorin schafft es wunderbar ein Gleichgewicht zwischen Anspielungen auf bekannte Bücher, Filme und Serien und neuen Handlungssträngen zu schaffen. So entsteht weder der Eindruck, sie hätte mit der ComicCon nur irgendeinen willkürlichen zufälligen Spielplatz gewählt, noch der, dass sie gar keine eigenen Ideen hat, sondern einfach nur verschiedene Elemente "zusammenklatscht". Dabei gibt sie ihren Protagonisten immer einen sehr subtilen Humor, was die ohnehin schon amüsanten und abwechslungsreichen Dialoge zu einem wahren Spaß werden lässt.
Die Konstruktion der Charaktere ist ihr ebenfalls sehr gut gelungen. Graham ist ein Nerd, wie er im Buche steht (buchstäblich). Außerdem ist er sehr kreativ, abwechslungsreich und würde für Roxy quasi alles tun. Da die beiden aber schon seit sehr vielen Jahren beste Freunde sind, hat er (verständlicherweise) auch ein bisschen Angst, dass seine Gefühle diese Freundschaft kaputt machen können. Deswegen hadert er sehr lange mit sich, ob er es überhaupt preisgeben soll. Als er sich dann dafür entscheidet, ist ihm aber völlig klar, dass diese Offenbarung ein ganz besonderes Ereignis werden muss und so fängt seine Kreativität an zu arbeiten.
Roxy ist ein wenig, wie ein jüngere Natasha (aus The Sun is also a Star). Sie ist sehr zielstrebig, entschlossen und schlau und allgemein eine sehr vielfältige Person. Sie geht offen auf Menschen zu, ist immer für einen Spaß zu haben und eine sehr warmherzige und liebe Person. Man muss sie wirklich ins Herz schließen, kein Wunder, dass sich Graham in sie verliebt :-)
Wie oben schon angesprochen, gibt es sehr viele Anspielungen in diesem Buch. Ich fand es ein wenig schade, dass ich viele davon nicht verstanden habe, da ich bspw. kein Marvel-Fan bin und auch nicht Game of Thrones schaue. Aber was nicht ist, kann ja immer noch werden und da das Buch sich wirklich angenehm lesen lässt, ist es dann definitiv nicht ausgeschlossen, dass ich einen Reread wage.


Fazit
Die (beinahe) größte Liebesgeschichte ist eine wirklich süße und gut konstruierte Geschichte. Bis zum Schluss bleibt es spannend und gerade das Ende hat mir wirklich gut gefallen. Wenn dieses Buch mal kein Mutmacher ist, dass auch Nerds die große Liebe finden können... :D


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Rezension | Rebell - Gläserne Stille


Rebell (Gläserne Stille) | Mirjam H. Hüberli | Drachenmond Verlag | TB | 272 Seiten | 12,90€ | ✼✼✼✼

Klappentext
Augen. Gespiegelt mit Bildern. Seelen. Verbunden über Dimensionen. Spiegel. Gezeichnet mit Kronen. Herz. Verloren zwischen den Welten. Glück. Gefangen im Gläsernen Nichts.
Immer noch in der Spiegelwelt gefangen, führt mich kein Kronenspiegel und kein Portal zurück zur Erdendimensions. Innerhalb eines Wimpernschlags wird der arrogante und zugleich mysteriöse Rebell an meiner Seite zu einem unverzichtbaren Begleiter.
Bo verbirgt noch ein Geheimnis, das ihn zu meinem einigen Verbündeten macht - und das mich in tödliche Gefahr bringt. Es gibt einen Grund, weshalb ich, Willow Parker, kein Spiegelbild in meinen Augen trage...

Meine Meinung:
Ich weiß gar nicht, wie viele Rezensionen zu Büchern der lieben Mirjam inzwischen auf meinem Blog sind, aber ich wiederhole mich definitiv, wenn ich jetzt sage, dass ich Mirjams Schreibstil sehr mag. Er hat immer etwas sehr eigenes und undurchsichtiges an sich, wodurch Geheimnisse noch geheimnisvoller, Schockmomente noch schockierender und Verworrenes noch verworrener wird.
Der zweite Band der Rebell-Trilogie ist vom Gefühl her düsterer und packender als Band eins (obwohl ich auch Band eins mochte). Es passiert viel und man hat stellenweise das Gefühl selbst die ganze Zeit in Bewegung zu sein, was ich beim Lesen wirklich mochte, denn umso mehr habe ich mich einbezogen gefühlt.
Mein größtes Problem mit dem Buch war eigentlich der Beginn. Es ist schon eine Weile und vor allem eine Menge Bücher her, dass ich Band 1 gelesen habe und es fiel mir zugegebenermaßen nicht ganz leicht, mich wieder zu erinnern, was im vorigen Teil geschehen und v.a. wie er geendet hatte. Eine kurze Zusammenfassung hätte hier vielleicht gepasst. Es war aber trotzdem nicht so, dass ich dadurch keinen Zugang zur Geschichte finden konnte. Nach und nach erschlossen sich wieder mehr und mehr Handlungsfäden und alles ergab ein passendes Bild.
Die Schnelllebigkeit der Geschichte hat mich besonders gefesselt und auch die Weiterentwicklung der Charaktere. Willow ist nicht mehr nur die kleine Studienanfängerin, die komische Spiegelbilder der Person sieht, in deren Augen sie guckt. Man könnte fast sagen, sie hat sich zu einer richtigen Kämpferin, zu einer Rebellin entwickelt (obwohl ich dieses Wort nicht unbedingt verwenden möchte, weil es für mich immer so einen Geschmack von Katniss Everdeen trägt...).
Auch Bo verändert sich. Man merkt, dass er Gefühle für Willow zu entwickeln beginnt, die er selbst nicht so ganz versteht und die ihn verunsichern. Deswegen ist er nach wie vor immer mal wieder ein kleiner Kotzbrocken, er vertraut ihr aber immer mehr, öffnet sich und man erfährt wirklich spannende Sachen über ihn, die seinen Charakter noch vielschichtiger werden lassen. Vielschichtigkeit ist mir bei Figuren immer ziemlich wichtig, deshalb ein dickes Plus!


Fazit
Die Rebell-Reihe geht weiter und am Ende dieses Buches bin ich wirklich darauf gespannt, wie es weiter-/ausgehen wird mit unserem Team Willbo. Es ist definitiv noch einiges offen und nachdem in den letzten beiden Büchern am Ende jeweils eine Art Showdown stand, erwarte ich ein furioses Finale!

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Danke, liebe Mirjam, für dieses Vorabexemplar!

Rezension | Nova und Avon


Nova und Avon (Mein böser, böser Zwilling) | Tanja Voosen | Carlsen Verlag | HC | 304 Seiten | 11,99€ | ✼✼✼✼

Klappentext
Eltern die an Magie glauben? Schlecht. 
Von einer Wahrsagerin verflucht werden? Ganz schlecht.
Sich eine böse Doppelgängerin herbeihexen? Ohne Worte.
Die schüchterne Nova hat einiges zu regeln. Denn wie wirst du deinen bösen Zwilling wieder los? Eine Doppelgängerin, die sich bei den Eltern einschleimt, dem süßen Typen in der Schule peinliche Sachen sagt, die gegen deine beste Freundin intrigiert und deinen Wellensittich ärgert? Gegen verhexte Magie hilft nur eins: Noch mehr Magie!

Meine Meinung:
Nova und Avon ist das erste Buch, das ich von Tanja gelesen habe und ich fand es wirklich süß. Sicher, hier und da waren die Probleme der Protagonistin Nova nicht wirklich Probleme, die ich teilen würde (bzw. als solche bezeichnen), aber man muss sehen, das Nova dreizehn Jahre alt ist. Demzufolge ist das Buch vermutlich für ca. zehn bis zwölfjährige Mädchen konzipiert und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich das Buch in dem Alter verschlungen hätte.
Aber auch ich - doch einige Jährchen älter - fand es durchaus unterhaltsam: Tanja hat einen sehr angenehmen Schreibstil, der sich locker und leicht weglesen lässt. Somit steht v.a. die Geschichte im Hintergrund, die von Magie, Freundschaft und Witz nur so gespickt ist. Dabei legt die Autorin einiges an Kreativität an den Tag und so wird das Abenteuer unserer Protagonistin nie langweilig.
Zu Beginn des Buches ist Nova eine ziemliche Außenseiterin. Ihre Eltern sind richtige Magie-Freaks und als solche stadtbekannt. Automatisch glaubt jeder, sie müsse genau so sein und so kommt es, dass sie eigentlich keine Freunde hat und ziemlich auf sich allein gestellt ist. Umso mehr wünscht sie sich eine beste Freundin, eine mit der sie alles teilen kann, für Pyjama-Partys und Freundschaftsketten. Dass gerade ein Unglücksfluch sie in die Hände einer Person führt, die genau das alles verheißt, kommt da umso unerwarteter.
Was mir an der Geschichte sehr gefallen hat, waren auch die kleinen Hinweise die hier und da versteckt waren, sowohl auf die Geschichte bezogen, als auch darüber hinaus. Dadurch wird die ganze Geschichte noch abgerundet und Tanja gelingt ein toller Auftakt für eine Middle Grade-Buchreihe.


Fazit
Ich bin mir sicher, mit zehn/elf Jahren hätte ich das Buch genau so geliebt, wie die Lola-Reihe von Isabel Abedi. Hier und da wirkte die Geschichte auf mich ein wenig zu überspitzt (selbst wenn ich meinen Ich-bin-zehn-Jahre-jünger-Modus anwerfe), im Allgemeinen aber ein sehr liebevoll gestaltetes Middle Grade Buch, das gespannt auf die Folgebände macht!


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Vielen Dank an den Carlsen Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Rezension | Penguin Bloom


Penguin Bloom (Der kleine Vogel, der unsere Familie rettete) | Cameron Bloom und Bradley Cooper |  Knaus Verlag | HC | 208 Seiten | 19,99€ | ✼✼✼✼✼

Bild gemacht von meiner Schwester. Fragt mich nicht, was das für ein Hintergrund ist :D


Meine Meinung:
Wow, was für ein Buch. Sam Bloom, eine junge Frau, ist mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen im Urlaub, als das unfassbare passiert: Sie lehnt sich an ein Holzgeländer, das gibt nach und sie fällt mehrere Meter tief auf harten Grund. Man kann sich wohl ausmalen, wie schlimm ein solches Szenario ist. Sam hat zumindest soweit Glück, dass sie überlebt, allerdings mit sehr schweren Wunden und tiefen Verletzungen. Einige heilen, andere - wie ihr gerissenes Rückenmark - bleiben irreversibel geschädigt. Die zuvor so fitte, aktive Sam muss nun lernen ein völlig neues Leben zu führen. Gekettet an den Rollstuhl verliert sie immer und immer mehr die Lebenslust und selbst ihre kleinen Söhne, schaffen es häufig nicht sie wieder richtig aufzuheitern.
Und dann kommt Penguin. Penguin ist ein schwarz-weißer Vogel (daher der Name), der eine gewisse Ähnlichkeit mit einer unserer heimischen Elstern hat. Penguin ist aus ihrem Nest gefallen und Familie Bloom nimmt sich ihrer an. Zusammen versuchen sie sie aufzupäppeln und ihr Gutes zu tun und dabei wird immer deutlicher, wie sehr die Familie genau das gebraucht hat: Jemand, der Liebe bedingungslos hinnimmt und ebenso zurück gibt. Mit der Zeit wird nämlich immer deutlicher, dass Penguin Sam aus ihrer Krise ein wenig herauszieht. Geht es der einen schlecht, kümmert sich die andere um sie. Auf diese Weise gelangt Sam zu neuer Zuversicht, stellt sich neuen Aufgaben und wagt es, ihr neues Leben Stück für Stück anzunehmen.
Was wie eine kitschige Geschicht klingt, die sich ein Schnulzenromanautor ausgedacht hat, ist absolut wahr! Penguin ist ein wahrlich einzigartiger Vogel und wenn man sich die fantastischen Fotos auf jeder Seite besieht, hat man wohl nicht selten das Gefühl, dass Penguin gar kein echter Vogel sein kann, sondern viel mehr ein verkleideter Mensch ist. Sie zeigt völlig vogeluntypisches Verhalten, scheint sich dabei aber so wohl zu fühlen, wie es Bilder nur zeigen können.
Das Buch endet mit einem emotionalen Brief von Sam, der sich vor allem (aber nicht nur) an Patienten und Angehörige mit ähnlichen Erfahrungen (also ein plötzlicher Schlag und der Patient sitzt im Rollstuhl) richtet. Dabei geht sie auch darauf ein, wie wichtig die medizinische Forschung ist, die nicht zuletzt daran arbeitet, Rückenmarksschädigungen kurieren zu können.
Penguin Bloom hat mich wirklich sprachlos zurück gelassen. Es ist ein sehr emotionales Buch, mit einmaligen Fotografien und dem Geist eines kleinen Vogels, der große Veränderungen brachte. Ich kann nicht beschreiben, was für ein besonderes Buch dies ist und wenn ich mir die Zeilen oben durchlese, wird das ganz und gar nicht dem gerecht, was ich beim Lesen empfunden habe, aber ich kann euch nur ans Herz legen, diese Erfahrung selbst zu machen!
Fazit
Ein Buch, voller Bedrückung und Schmerz, Hoffnung und Glück. Worte können dem nicht gerecht werden, doch da nicht nur die Geschichte der Familie Bloom, sondern auch die Aufmachung dieses Werks einen zweiten Blick wert ist, solltet ihr es definitiv lesen, jeder von euch!

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Vielen Dank an den Knaus Verlag für dieses Rezensionsexemplar!